Katharina Hingsammer, auf Instagram als @ketchem bekannt, ist Bloggerin und Mitgründerin des Onlinemagazins The Daily Dose. Seit Ende 2019 ist sie außerdem Miteigentümerin des Beauty Concept Stores BABETOWN in Wien. BABETOWN ist gleichzeitig Nagelsalon, Brow Bar, Café, Weinbar, Eventlocation und Beautylabel. Mit dieser einzigartigen Kombination hat Katharina ein komplett neues Konzept nach Wien gebracht. Mit uns spricht sie über die Herausforderungen, die sich dabei ergeben haben, die Idee hinter dem Store, tägliche Inspirationen und vieles mehr.

Nenne uns doch mal Deine Business-Herausforderungen mit Deinem eigenen Business "BABETOWN" generell und aktuell!
Für uns war mit der Gründung von BABETOWN die größte Herausforderung definitiv die Umstellung von absoluter Flexibilität hin zu einem echten Geschäft, das nach unserer Anwesenheit verlangt. Natürlich ist es auch eine große Herausforderung, plötzlich nicht mehr nur für sich selbst, sondern für 10 Mitarbeiterinnen zuständig und verantwortlich zu sein - aber wir haben zum Glück so ein tolles Team und beschäftigen absolute Profis, die uns seit der Gründung bei jedem Schritt zur Seite gestanden sind. Aktuell versuchen wir, alles so positiv zu sehen wie möglich. In der Zwangspause, die durch Corona entstanden ist, erledigen wir einige Renovierungsarbeiten im Store, die wir ohnehin machen wollten, kümmern uns um unseren Online Shop und zeigen Tutorials auf Instagram - oder lackieren uns die Nägel in sämtlichen Farben, die es bei uns im Shop gibt, um den Kunden die Auswahl leichter zu machen.

Wie entstand die Idee und was inspiriert Dich im Alltag?
Sowohl für meine Geschäftspartnerin Julia als auch für mich war schon länger klar, dass wir etwas schaffen wollten, das greifbar und erlebbar ist. Auf Reisen in andere Großstädte haben wir bemerkt, dass es so viele coole Nagelstudios oder Concept Stores gibt, die bei uns in Wien bis jetzt einfach gefehlt haben. Uns ist dann die Idee gekommen, Nägel, Kaffee und Wein zu kombinieren und ein neues Konzept aufzubauen, zu dem wir durch Trips nach London oder New York inspiriert wurden.
Ich persönlich ziehe viel meiner Inspiration aus der Natur. Besonders inspiriert werde ich auf Reisen oder während des Ausreitens auf dem Land. Die Idee hinter BABETOWN war für uns ein Tag am Strand. Im Store finden sich überall Dekorationselemente, die an Sonne, Sand und Meer erinnern. Was mir in der Mode wichtig ist, findet sich auch im Design von BABETOWN wider: helle, neutrale Farben, natürliche Materialien und Zeitlosigkeit. Ich achte beim Shoppen immer darauf, in Teile zu investieren, die durch ihre Hochwertigkeit auch in der nächsten Saison noch getragen werden können und Trends überdauern. Ähnliche Gedanken haben wir auch bei der Konzeption und dem Design unseres Stores verfolgt.

Wie bekommst Du alles unter einen Hut?
Planung ist sehr wichtig, um nicht den Überblick zu verlieren. Als Bloggerin muss ich unter anderem Kooperationen planen, umsetzen, Outfits shooten, Beiträge für unser Online Magazin schreiben oder Veranstaltungen besuchen. Außerdem muss ich im Store anwesend sein und mich dort um das daily business kümmern. Um das alles zu vereinbaren, stehe ich unter der Woche früh auf und plane meinen Tagesablauf so, dass ich möglichst effizient alles erledigen kann. Die ersten Mails arbeite ich meistens gleich nach dem Frühstück ab und fahre dann zu BABETOWN. Wenn an einem Tag ein Outfit zu shooten ist, ziehe ich dieses meist gleich an. Ansonsten ist mir bei meiner Kleidung wichtig, dass ich mich darin wohlfühle und dass sie sowohl zum Lunch als auch zum Meeting mit Geschäftspartnern getragen werden kann.
Aktuell sieht mein Alltag natürlich anders aus, aber ich versuche trotzdem, Routinen
beizubehalten und meinen Tag so zu planen, dass ich möglichst viel erledigen kann. Doch auch Auszeiten sind wichtig und deshalb achte ich darauf, mir bewusst manchmal eine Pause zu gönnen. Shootings lassen sich derzeit auch schwer umsetzen und meine tägliche Uniform besteht aus neutralen Pieces, in denen ich mich wohlfühle.

Organisationskultur, Leader-Qualitäten: welche neuen Skills musstest Du lernen, welchen Part machst Du gerne, was weniger?
Für unser Online Magazin The Daily Dose haben wir seit einigen Jahren zwei redaktionelle Mitarbeiterinnen. Anfangs fand ich es schwer, Verantwortung abzugeben, doch mittlerweile bin ich sehr froh über die Unterstützung und weiß diese sehr zu schätzen. Seit der Eröffnung von BABETOWN beschäftige ich nun über 10 Mitarbeiterinnen. Die neuen Aufgaben und Verantwortungsbereiche, die damit auf mich zugekommen sind, haben mir in der Anfangsphase viel Kopfzerbrechen und schlaflose Nächte bereitet. Daran musste ich mich erst gewöhnen und lernen, damit umzugehen. Doch mittlerweile hat sich eine Routine eingespielt und wir sind bei BABETOWN wie eine große Familie. Mir ist es auch wichtig, eine gute Beziehung zu den Mitarbeiterinnen aufzubauen, gegensetiges Vertrauen zu haben und bei Problemen als Ansprechperson wahrgenommen zu werden. Natürlich ist es eine große Verantwortung, für Mitarbeiterinnen zu entscheiden und für ein ganzes Team verantwortlich zu sein, jedoch empfinde ich es vor allem als riesengroßes persönliches Learning und Bereicherung. Klar gibt es auch Aufgaben, die ich weniger gern mache. Ich musste mich zum Beispiel genau mit Dienstvorschriften und anderen Regelungen auseinandersetzen. Aber alles in allem kann ich mittlerweile sagen, dass ich mich in meiner Rolle als Arbeitgeberin sehr wohlfühle.

Women in Business, kannst Du etwas auf das Thema Empowerment eingehen?
Etwas, das uns von Anfang an sehr wichtig war, war die Integration von so vielen Frauen wie möglich in unser Konzept. Sogar unsere Farbwahl im Store und Branding ist darauf ausgelegt und stellt alle „different shades of babes“ dar. Wir haben so viele Frauen wie möglich mit an Bord geholt - ob Maklerin, Designerin oder Architektin. Abgesehen davon, dass wir auch viele, tolle Frauen beschäftigen, soll BABETOWN ein Ort sein, in dem sich jede Frau wohlfühlen und von Klischees lösen kann. Eine toughe Geschäftsfrau darf sich trotzdem verwöhnen lassen, eine Mama sich eine Auszeit nehmen oder eine Studentin sich für eine bestandene Prüfung belohnen. Wir wollten einfach das Klischee vom klassischen Nagelstudio und dem Image, das oft damit einhergeht, aufbrechen.